Knopf im Hirn

by admin on October 30, 2009





Im idealen Großunternehmen läuft das Management auf vielen Ebenen ab:


Die Vorstandsetage entwickelt Visionen und Strategien, sorgt für die zukunftsgerichtete Überlebensfähigkeit des Unternehmens und pflegt das Marken-Image nach außen.


Geschäftsführer und mittleres Management setzen ausgewählte Geschäftsmodelle um, ordnen Ressourcen zu, koordinieren komplexe Prioritäten, optimieren Prozesse, räumen Hindernisse aus dem Weg, motivieren Menschen und versuchen aus all dem am Ende des Jahres ein ordentliches Bilanzergebnis hinzulegen.


Auf der Sachbearbeiterebene wird, bei ständig schrumpfender Personaldecke, ein oft mörderischer Umsatz an Einzelvorgängen bei möglichst steigender Qualität erzielt.


In den Stabsabteilungen sorgt ein Heer von Eierköpfen, Organisatoren und Trainern dafür, dass frisches, zukunftsfähiges Know-how vom Unternehmen angesaugt, verarbeitet und aktiv in die Geschäftsprozesse integriert wird.


Controller schreiben eifrig mit und liefern dem Management Entscheidungsdaten, um Fehlentwicklungen rechtzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.


So jedenfalls steht es in den Handbüchern.


Kleine Unternehmen und Einmannbetriebe wirtschaften, Gott sei Dank, wesentlich schlanker und kostengünstiger. Sie müssen aber im Prinzip all diese Funktionen auch leisten, um am Markt bestehen zu können.


Hand aufs Herz: Will man das als Einzelner alles koordinieren und vorantreiben, dann kann man schon manchmal einen „Knopf im Hirn“ oder sogar seelische Verdauungsbeschwerden bekommen.


Was können Sie als selbstständiger Unternehmer dagegen tun?


1. Versuchen Sie nie, über all diese Funktionen gleichzeitig nachzudenken. Machen Sie es wie Walt Disney, der die Rollen des „Träumers“, des „Realisten“ und des „Kritikers“ sauber auseinander hielt und sie auch nach Räumlichkeiten, Kleidung etc. äußerlich getrennt zelebrierte.


2. Gehen Sie Ihre Ideen, Visionen, Strategien, Ihr Management und Ihre Probleme regelmäßig mit einem Mentor oder Coach Ihres Vertrauens durch.
Betrachten Sie dabei Ihre Sorgen sozusagen im Spiegel und gewinnen Sie Abstand.


Holen Sie sich frische Ideen und freuen Sie sich dann, dass Sie über die Umsetzung allein entscheiden können, ohne dass Sie jede neue Maßnahme mit der Bürokratie eines Großunternehmens abstimmen müssen.




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